Die Sehnsucht nach Ruhe war groß. Nach langen Arbeitstagen und wenig Auszeit sollte es endlich wieder ans Meer gehen. Die Ostsee war abgehakt – nun wartete die rauere, ehrliche Schwester: die Nordsee.
Die Suche nach einem Campingplatz begann holprig. Absagen, Schweigen, und bei manchen das Gefühl, man störe überhaupt nur. Doch dann: ein Lichtblick. Der Platz "An de Waterkant" meldete sich – ja, wir haben noch ein Plätzchen frei. Gebucht wurde direkt, zwei Wochen vor Pfingsten: Vom 5. bis zum 10. Mai 2024. Fünf Nächte Frieden am Deich.
Am Sonntag war es so weit. Die Route war klar, das Fahrzeug startklar. Auf der A7 verlief alles wie im Bilderbuch – bis Steffi plötzlich sagte: „Irgendwas stimmt da nicht…“ Die ADAC-App hatte sich aufgehängt. Für mich natürlich ein Drama – wer mich kennt, weiß, dass ich bei sowas aus der Haut fahre. Google Maps übernahm, und das zeigte: wir waren drei Ausfahrten zu weit. Fast schon in Dänemark. 😅
Mit einer neuen Route über Dörfer und Nebenstraßen schafften wir es dennoch pünktlich um 13:30 Uhr zum Campingplatz. Die Schranke war noch zu, also parkten wir, stiegen aus und nahmen die Nordseeluft tief in uns auf. Ankommen fühlte sich gut an.
Nach dem Check-in ging es zum Platz U31, gleich beim Sanitärgebäude. Eine kleine Kurvenfahrt, ein niedriges Hausdach – nichts, was uns aufhielt. Und siehe da: ein Platz nur für uns allein, auf einer riesigen Wiese. Der Wohnwagen stand perfekt, alles war schnell eingerichtet. Das Sanitärgebäude? Ein wenig in die Jahre gekommen, aber sauber und völlig okay.
Der erste Abend verlief ruhig – draußen sitzen, den Wind spüren, einfach nur sein. Büsum wartete am nächsten Morgen mit frischen Fischfrikadellen. Spaziergänge am Deich, kleine Ausflüge nach Dagebüll und Niebüll – alles in ruhigem, erholsamen Takt. Bis zum 9. Mai.
Dann füllte sich der Platz langsam. Eine Gruppe aus unserer Heimatstadt rollte an – und man konnte schon ahnen: Heute wird es feuchtfröhlich. Die Nacht zu Christi Himmelfahrt war laut, feierfreudig und... sagen wir, kompromisslos. Der Betreiber musste eingreifen, Ruhe wurde eingefordert – und langsam kehrte sie auch zurück.
Die letzte Nacht war still. Und am Morgen hieß es: einpacken, bezahlen, ab nach Hause. Noch ein letzter Slalom um das berühmte Hausdach – und schon waren wir wieder unterwegs, voller schöner Erinnerungen.
Fazit: Ein Platz mit Herz, ruhiger Lage, und ehrlichen Nordseemomenten. Das Sanitärhaus hat Charme aus alten Tagen, die Betreiber sind herzlich – und die Luft? Unbezahlbar.


