Bayern – Unsere Sommerreise zwischen Natur, Begegnung und Geschichte Eine Erzählung in fünf Kapiteln – mit Herz, Humor und Fernweh.
Kapitel 1: Die Entscheidung – Wenn Freundschaften den Weg weisen. Im Frühsommer 2024 hing die Reiselust wie warmer Wind in der Luft. Die alte Frage stellte sich wieder: Thüringen oder Bayern? Doch nicht die Naturkulisse oder die Reiselust allein gaben den Ausschlag – es waren Begegnungen. So wurde aus Urlaub ein Wiedersehen und aus Ziel ein Gefühl.
Der Stellplatz war schnell gefunden: Die Freie Sportgemeinschaft Amperland e.V. in Emmering öffnete vom 22. Juni bis zum 1. Juli ihre Tore. Doch bis dahin schlich der Mai dahin wie ein Zug in Zeitlupe – die Vorfreude kribbelte in jeder Planminute.
Am Freitag, dem 21. Juni, begann das Abenteuer. Nach der Arbeit schnell nach Hause, letzte Packstücke in den Wohnwagen, ein letztes Checken der Listen. Das Gespann stand bereit. Müde, aber glücklich, ging’s zunächst zu Freunden: eine Verschnaufpause nach einem Tag auf den Beinen seit 2 Uhr morgens. Um 20 Uhr war der Wohnwagen gesichert, die Nacht wartete, und bald auch der Schlaf – zumindest bis Mitternacht.
Denn dann begann das große Bayern-Abenteuer: Mit einem leisen Knirschen gingen die Stützen hoch und das Auto rollte auf die dunkle, freie Autobahn. Die Nacht war still, die Straßen glatt – fast meditativ. In Kassel dann der erste Halt. Tanken war nötig, auch ein WC-Besuch. Doch 2 Euro für den Toilettengang sorgten für Stirnrunzeln – bis der Gedanke kam: „Warum nicht gleich die Wohnwagen-Toilette nutzen?“ Eine Anekdote, die später noch oft für ein Lächeln sorgte.
Kapitel 2: Emmering empfängt – zwischen Ruhe, Regen und kleinen Festen Am frühen Morgen – gegen 10 Uhr – erreichten wir das Ziel. Bayern empfing uns in sanftem Sonnenschein, die Landschaft weit und grün, wie eine Szene aus einem Heimatfilm. Der Empfang beim Verein war freundlich, das Gelände weitläufig. 15 Minuten Wartedauer am Tor vergingen mit Vorfreude und leiser Aufregung.
Der Stellplatz lag ruhig. Die erste Entscheidung: Nur das Nötigste aufbauen, erst mal einkaufen. Mit Handy-Navigation wurde der nächste Lidl gefunden – 15 Minuten Fahrt, ein Korb voll mit Urlaubsproviant und zurück zum Wohnwagen.
Am Abend kündigte sich ein Fest auf dem Gelände an – doch der Himmel hatte andere Pläne. Dunkle Wolken formten sich, ein Donner erschütterte die Luft und es goss wie aus Eimern. Das Fest fand dennoch statt, doch Müdigkeit und Regen hielten uns im Wohnwagen. Dort aber war es gemütlich, und der Regen auf dem Dach verwandelte die Nacht in ein Wiegenlied.
Am nächsten Morgen: Sonnenschein und Regentropfen, die von den Ästen aufs Wohnwagendach klopften. Eine eigene Melodie, ganz Bayern. Ein Stellplatzwechsel ein paar Meter weiter wurde möglich – mehr Sonne, kein tropfen mehr auf das Dach. Das Aufbauen ging leicht von der Hand, doch am Abend wurde es erneut lebendig: Mücken! Das Hochwasser hatte sie massenhaft mitgebracht. Rückzug ins Wohnwageninnere – und ein ruhiger Abschluss eines doch ereignisreichen Tages.
Kapitel 3: Ausflüge – Städte, Flugzeuge und Freundschaft im echten Leben. Mit neuer Energie starteten die nächsten Tage. Ausflüge führten uns unter anderem nach:
Landshut: malerisch, geschichtsträchtig, mit kleinen Gassen, die zum Verweilen einladen. Regattastrecke Oberschleißheim: sportlich, weitläufig und ideal für Spaziergänge am Wasser. Flughafen München, Besucherhügel: das Brüllen der Triebwerke, die Größe der Maschinen – beeindruckend.
Und dort, am Flughafen, wartete eine besondere Begegnung: zwei Bekannte, ursprünglich aus dem Internet kennengelernt, jetzt leibhaftig da – Kaffee, Lachen und Wiedersehensfreude inklusive. Das Wetter? Großzügig. Sonnig, warm – mit gelegentlichen Regentropfen, die mehr für die Pflanzen als für die Pläne störten.
Kapitel 4: Garmisch ruft – Bergpanorama und stille Ehrfurcht. Die Fahrt nach Garmisch-Partenkirchen gehörte zu den Höhepunkten. Die Berge am Horizont wurden mit jedem Kilometer größer, majestätischer. Eine Mischung aus Staunen, Respekt und Freiheit füllte den Innenraum des Wagens. Dort oben, fast in den Wolken, war die Welt anders. Voller Farben und Weite. Am Nachmittag ging’s zurück zum Campingplatz – mit Bildern, die sich ins Gedächtnis brannten.
Tags darauf folgte ein Besuch, der alles relativierte: KZ-Gedenkstätte Dachau. Kein Ausflug wie jeder andere. Die Stille dort war spürbar, das Gewicht der Geschichte lag über den Wegen und Mauern. Ein Moment des Innehaltens. "Was Menschen durchmachen mussten, weil andere die Welt für sich allein beanspruchten" – ein Satz, der hängen blieb.
Kapitel 5: Abschied mit Extra – Braunschweig ruft. Der 1. Juli hätte der letzte Urlaubstag sein sollen. Doch das Herz hatte einen anderen Plan: Freunde in Braunschweig wollten überrascht werden. Also stiegen wir früh morgens ins Auto, verabschiedeten uns von Bayern – nicht mit Wehmut, sondern mit Dankbarkeit. „Bayern, du bleibst uns im Herzen“ – ein Satz, ehrlich gemeint, mit einem leisen Lächeln. Was als Urlaub begann, wurde zu einer Sammlung von Begegnungen, Naturmomenten und Gedankensplittern. Ein Sommer wie eine Postkarte – nur lebendiger. Und die nächste Geschichte? Sie beginnt, sobald die Räder wieder rollen…


